Digital Youngsters - junge Fachkräfte entwickeln Konzepte zur Arbeitswelt der Zukunft (Foto: Anja Jungnickel)

Steffen Ellerbrake (rechts) erklärt gemeinsam mit seinem Ausbilder interessierten Schülern die Funktionsweise seines Roboters. Steffen nahm an den WorldSkills Sao Paulo 2015 im Skill „Mobile Robotik“ teil und wird auch bei den EuroSkills Göteborg 2016 dabei sein. (Foto: Anja Jungnickel)

In der vergangenen Woche wurde in der ARD-Themenwoche „Zukunft der Arbeit“ in zahlreichen Beiträgen das stets präsente Thema der Arbeitswelt von morgen dokumentiert, diskutiert und unterhaltsam aufbereitet. In einer ersten Bilanz sagte hr-Intendant Manfred Krupp: „Die ARD-Themenwoche ‚Zukunft der Arbeit‘ hat zwei Dinge geschafft. Zum einen haben wir ein Thema eine Woche lang in den Mittelpunkt gerückt, das unsere Gesellschaft in den nächsten Jahren stark beschäftigen wird. Zum anderen haben wir es geschafft, mit dem ARD-Job-Futuromaten und vor allem mit dem ARD-Digitalcamp zum Auftakt der Themenwoche auch junge Menschen mit unseren Angeboten anzusprechen.“

Beim ARD-Digitalcamp waren 200 junge Menschen im Alter von 18-30 Jahren eingeladen, an einem Tag Ideen und Konzepte zur Zukunft der Arbeit zu entwickeln und mit Experten zu diskutieren. Das ist an sich eine gute Aktion, da es gerade die Jüngeren sind, die den größten Teil ihres Arbeitslebens noch vor sich haben. Die 25 Konzepte sowie die Dokumentation der Ideen und Diskussionen hat die ARD hier veröffentlicht >>
Das Digitalcamp war allerdings nur der Auftakt der Themenwoche. In den meisten folgenden Beiträgen kamen Experten, Forscher, Arbeitnehmer, Arbeitgeber etc. zu Wort, die älter als 30 sind. Oft wurde ÜBER die Arbeitswelt und die Arbeitenden von morgen gespochen, selten jedoch kamen diese selbst zu Wort. Nun ist die Themenwoche vorbei. Was bleibt? Wie nachhaltig ist das Digitalcamp? Können die dort entwickelten Ideen mehr sein als eine Inspiration?

Hubert Romer - WorldSkills Germany

Hubert Romer ist Geschäftsführer von WorldSkills Germany und Präsident von WorldSkills Europe. (Foto: Frank Erpinar)

WorldSkills Germany lebt von dem Engagement, der Motivation und dem Ehrgeiz junger Menschen, sich weiterzuentwickeln, ihre Zukunft aktiv selbst zu gestalten und das eigene Talent auch im Arbeitsleben zu nutzen. Junge Fachkräfte haben oft schon genaue Vorstellungen von ihrer künftigen Arbeitswelt. Vor allem in Bezug auf die Digitalisierung haben die „Digital Natives“ so manchem älteren Arbeitnehmer und Arbeitgeber darüber hinaus einiges voraus.
Deshalb arbeitet WorldSkills Germany nicht nur für, sondern vor allem mit den jungen Talenten – z.B. im Rahmen des Wettbewerbs „Digital Youngsters“. Hier entwickeln junge Fachkräfte über mehrere Monate ausführlich Konzepte zu ihrem Arbeitsplatz der Zukunft und können diese mithilfe eines Budgets in eine Realisierungsphase bringen. Warum dieses Projekt ins Leben gerufen wurde?
Hubert Romer, Geschäftsführer von WorldSkills Germany, gibt Antwort:

Das Projekt „Digital Youngsters“ startete im Frühjahr diesen Jahres. Welche Intention verfolgt WorldSkills Germany mit diesem Wettbewerb?

„Wir wollen mit diesem Projekt denjenigen eine Plattform verschaffen und eine Stimme geben, um die es geht: die jungen Fachkräfte und Talente von morgen. Sie zeigen uns aus ihrer Perspektive die digitale Zukunft und ihre Bedeutung in den jeweiligen Berufsbildern. Damit setzen wir eine echte Graswurzelbewegung in Gang, die allen Akteuren neue Impulse und Sichtweisen geben soll.“

Wie viele Auszubildende oder junge Fachkräfte haben sich für den Wettbewerb angemeldet und wann erfährt man mehr über die eingereichten Projekte?

„Es haben sich im in diesem Jahr deutlich mehr junge Talente angemeldet, als wir je erträumt hatten. Das freut uns sehr und gibt uns eine gute Bestätigung. Es sind fast 50 Teilnehmer, die in 2er- und 3er-Teams an ihren digitalen Zukunftsprojekten arbeiten.
Die erste Jury-Sitzung fand am 28. September in Berlin statt. Hierzu konnten wir hochkarätige Fachleute gewinnen. Sie haben 5 Finalisten ermittelt, die mit einem Budget ausgestattet werden, um dann in die zweite Runde einzutreten.
In dieser Finalrunde müssen die Teilnehmer einen Baustein aus ihrem Projekt oder gar das komplette Konzept realisieren, bzw. ‚fassbar‘ machen, um im Februar 2017 auf der didacta in Stuttgart nochmals vor die Jury zu treten. Dann steht auch der Bundessieger fest.
Das Schöne an diesem Konzept ist, dass alle mitgenommen werden. Das heißt, alle Projekte werden im Februar in einer Ausstellung zu sehen sein, gemeinsam mit den Finalisten und den Bundessiegern. Das war uns wichtig. Denn wir sehen, dass alle Projekte sehr hochwertig, kreativ und inspirativ sind.“

Der Wettbewerb wird wissenschaftlich vom DFKI / Prof. Dr. Igel begleitet. Es ist also nicht nur ein Wettbewerb, an dem am Ende die jungen Leute etwas gewinnen können, sondern auch wissenschaftliche Erkenntnisse gezogen werden sollen?

Ja, das stimmt! Denn uns ist es wichtig, dass wir, also auch diejenigen mit viel Lebens- und Berufserfahrung, offen für die Impulse der jungen Menschen sind. Wir müssen uns ihrer Form des Lernens und Arbeitens, wie auch ihren Visionen öffnen. Die wissenschaftliche Begleitung durch Prof. Igel und sein Team geben uns dabei wertvolle Grundlagen und Leitlinien, die in die Planungen der Zukunft einfließen sollen.“

Die Digitalisierung in der Arbeitswelt wird bereits seit einiger Zeit in der Öffentlichkeit, in Verbänden, auf Bundes- und Europaebene diskutiert. Wie reiht sich „Digital Youngsters“ in diese Debatte ein oder hebt sich sogar von ihr ab?

„Wir möchten, wie erwähnt, den jungen Menschen eine Plattform und Stimme geben. Sie sollen uns sagen, wie die digitale Transformation, die Welt des beruflichen Lernens und die Arbeitswelt vonstatten geht. Sie sind näher dran und sie sind deutlich pragmatischer – ohne damit in einen Vergleich zu anderen Projekten zu gehen. Alle haben ihre Berechtigung und ‚Digital Youngsters‘ wird einen wichtigen Akzent setzen und einen wertvollen Beitrag leisten.“

Mehr über das Projekt lesen Sie hier >>

Welche Teams es in die nächste Runde geschafft haben, erfahren Sie hier >>

Ein weiteres Projekt, bei dem WorldSkills Germany junge Menschen zum Thema Digitalisierung und Arbeit der Zukunft involviert ist der Digital Skills Day >>

Zu unseren Kooperationspartnern:
Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) begleitet mit dem Educational Technology Lab (EdTec) unter Leitung von Professor Dr. habil. Christoph Igel den bundesweiten Wettbewerb „Digital Youngsters“ aus wissenschaftlicher Perspektive. Innovative Projekte zur Gestaltung des digitalen Arbeitsplatzes und der beruflichen Qualifizierung von morgen stehen im Fokus von Forschung und Entwicklung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des international ausgewiesenen Kompetenzzentrums für zukunftsweisende Bildungstechnologien, Informations- und Wissensmanagement. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter: http://www.dfki.de/web/forschung/edtec

Als Partner von WorldSkills Germany setzt sich die Samsung Electronics GmbH für die Exzellenz in der Berufsbildung ein und fördert die digitale Weiterentwicklung nicht-akademischer Berufe. Gemeinsam mit WorldSkills Germany engagiert sich Samsung dafür, junge Menschen auf die Anforderungen der digitalen Arbeitswelt vorzubereiten und und sie dazu zu befähigen, die Zukunft aktiv mitzugestalten.
Weitere Informationen unter: http://www.samsung.com/de/aboutsamsung/samsung/projekte.html

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