Vor 55 Jahren war die Welt zu Gast im jungen Nachkriegsdeutschland

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Eine Gedenktafel erinnert an die erste WM der Berufe in Deutschland – v.l.n.r.: Hubert Romer (Geschäftsführer WorldSkills Germany), Emil Esser (Obermeister Kälte-und Klimatechnik-Innung Nordrhein), Simon Bartley (Präsident WorldSkills International), MdB Volker Mosblech (Bürgermeister Stadt Duisburg), Karsten Beermann (Geschäftsführer IKKE gGmbH)

Was haben Tischler Josef Maier sowie Zimmerer Simon Rehm und Sanitär- und Heizungsinstallateur Nathanael Liebergeld gemeinsam? Sie sind Weltmeister ihres Faches, im wahrsten Sinne des Wortes! Alle drei gewannen Gold bei den Weltmeisterschaften der Berufe WorldSkills für die deutschen Farben, sind zu Vorbildern nicht nur in ihren Berufssparten, sondern für tausende Auszubildende und junge Fachkräftehierzulande geworden. Einzig: Erstgenannter gewann den Titel bereits 1961 in Duisburg, die beiden anderen bei den letzten WorldSkills im brasilianischen Sao Paulo.

Genau 55 Jahre liegen zwischen diesen Erfolgen – und da die WorldSkills 1961 erstmals in Deutschland stattfanden, gab es Anlass zu feiern. Auf dem Gelände der damaligen Firma Rheinstahl, wo heute das Informationszentrum für Kälte-, Klima- und Energietechnik, kurz IKKE gGmbH, Duisburg-Rheinhausen, seinen Sitz hat, versammelte sich am Freitag und Samstag jede Menge Fachwissen der beruflichen Ausbildung. In Anwesenheit von Simon Bartley, Präsident von WorldSkills International, würdigten die anwesenden Gäste aus Politik, Wirtschaft und Bildung in einem Festakt dieses besondere Jubiläum.

„1961 waren es 193 Wettkampfteilnehmer, bei den WorldSkills Leipzig 2013 waren es 999 – was für ein Wachstum. Ein Wachstum, das so mancher 1961 noch für unmöglich gehalten hätte. Der Wettkampf fand damals nur innerhalb Europas mit 15 Ländern statt“, so Bartley. „In Sao Paulo im vergangenen Jahr hingegen wetteiferten 1200 junge Menschen aus 65 Ländern in ganz unterschiedlichen Disziplinen gegeneinander.“

„WorldSkills-Weltmeisterschaften – ob damals in Duisburg oder heute – sind mehr als nur Wettbewerbe in Form eines beruflich-sportlichen Leistungsvergleichs. Die Wettbewerbe entfalten eine deutliche Strahlkraft auf allen gesellschaftlichen und unternehmerischen Ebenen. Sie sind ein starkes Vergleichsinstrument der Bildungssysteme auf nationalen und internationalen Plattformen“, so Hubert Romer, Geschäftsführer WorldSkills Germany und Präsident von WorldSkills Europe in seiner Festlaudatio. „Für die jungen Fachkräfte sind Vorbereitung auf die Wettbewerbe und natürlich die Teilnahme selbst Herausforderung, Erlebnis, Glücksgefühl, Bestätigung und Gewinn in einem. Sie entwickeln Stressresistenz, Entscheidungsstärke, Charakter, gewinnen Qualitäten und Fähigkeiten für ihre berufliche Biografie. WorldSkills sind ein Karriere-Booster. Und die entsendenden Unternehmen profitieren von ihren Champions als Vorbilder in den Ausbildungsklassen, von höherer Bekanntheit in der Region und als gefragter Arbeitgeber für junge Menschen.“ Hubert Romer verwies aus aktuellem Anlass auch auf die völkerverständigende Wirkung der beruflichen Wettbewerbe über Nationengrenzen hinweg.

Auch Simon Bartley griff das Thema der Perspektiven von jungen Menschen in unterschiedlichen Gesellschaften auf: „Wir bringen ausgebildete junge Persönlichkeiten hervor, die einen Sinn in ihrem Leben sehen. Sie gehen zur Arbeit, verdienen Geld, zahlen Steuern. Regierungen investieren in Krankenhäuser, Infrastruktur, Schulen. All diese Dinge sind absolut notwendig für den Weltfrieden. Wenn Sie sich die Länder anschauen mit der höchsten inneren Gewalt, ist die eine Sache, die immer heraussticht, die Jugendarbeitslosigkeit. Eine Gesellschaft, in der junge Menschen keine Zukunft haben, kann nicht existieren. Was wir tun, was Sie tun, was WorldSkills tut, ist zu versuchen, jungen Menschen eine Zukunft zu bieten.“

Beim Festakt waren auch die WorldSkills Germany-Experten anwesend. Speziell an sie gerichtet sagte Simon Bartley: „Das wirklich Bedeutsame an dem, was Sie tun, nämlich Competitor nach Competitor nach Competitor in ganz unterschiedlichen Gebieten zu trainieren, ist, dass diese jungen Menschen ihren Weg gehen, egal ob sie die Goldmedaille gewonnen haben oder beim internationalen Wettkampf Letzter wurden. Denn sie sind bereits Champions – in Deutschland, in ihren Schulen, ihren Unternehmen. Sie tragen die Botschaft weiter über die bedeutende Rolle der beruflichen Bildung.“ Und abschließend: „Ich glaube ganz fest, dass die Jugend die Zukunft ist. Ich glaube ganz fest, dass Ihre Arbeit die Zukunft verbessert. Und ich weiß, dass ich in einer Welt lebe, in der die Zukunft gesichert ist, weil es Menschen wie Sie gibt, die das Leben junger Menschen verbessert, sodass die Zukunft für uns alle eine gute sein wird.“

Premiere der WorldSkills Germany-Sommerakademie

Junge Talente in Berufen von Industrie, Handwerk und Dienstleistungsbereich zu finden, gut auszubilden, zu fordern und zu fördern, ist seit Anbeginn das Anliegen von WorldSkills Germany und seiner ehrenamtlichen Mitstreiter. „Durch das engagierte Wirken der Fachausbilder gelingt es, deutsche Teilnehmer gut auf nationale und internationale Wettbewerbe vorzubereiten und zu trainieren. Und viele der jungen Fachkräfte stellen ihr Können bei Welt- und Europameisterschaften der Berufe mit Titeln, Medaillen und guten Platzierungen nachdrücklich unter Beweis“, so Romer weiter. „Klar ist auch: WorldSkills wirkt zunehmend in der Breite. Also nicht nur die WM- und EM-Teilnehmer, die beruflichen Spitzenkräfte, stehen im Fokus. Die Wettbewerbe beeinflussen deutlich die eigene Ausbildung in den Unternehmen. Es geht somit nicht einfach nur um die Veranstaltung selbst, sondern um das Training in der Breite, wie auch die Entwicklung weiterer Kompetenzfelder, über das fachliche Können hinaus.“

Genau dieser fachliche Austausch der Wege und Trainingskonzepte steht im Mittelpunkt der parallel stattfindenden, erstmals veranstalteten WorldSkills-Sommerakademie für Ausbilder und Experten. In verschiedenen Workshops erfahren die Teilnehmenden, wie sie WorldSkills-Trainings und berufliche Wettbewerbe in ihren Unternehmen und Ausbildungseinrichtungen erfolgreich integrieren. So werden neue Informationen zu den Leistungszentren vermittelt, die WorldSkills Germany in den vergangenen Monaten als Trainingsstätten für künftige Berufe-Champions zertifiziert hat. Aber auch Themen wie Digitalisierung in den Berufen, Talentscouting und -management, Trainingskonzepte, Coaching für Ausbilder, Marketing und Nutzung regionaler Netzwerke für eine optimierte Ausbildung oder Berufsorientierungsprojekte stehen auf der Tagesordnung der Akademie.

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