„Meine Arbeit ist meine Berufung“

Lukas Adler nahm gemeinsam mit seinem Teamkollegen Timo Späth im Skill Mechatronik an den WorldSkills Leipzig 2013 teil.
Die beiden holten dort Bronze.

Das ist Lukas‘ Geschichte:

Hallo WorldSkills-Familie, mein Name ist Lukas Adler, ich bin 25 Jahre alt und ich komme vom wunderschönen Kaiserstuhl – genauer gesagt aus Bahlingen. Bahlingen ist eine kleine Gemeinde in der Nähe von Freiburg.

Ursprünglich habe ich eine Ausbildung als Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung in Kooperation mit der SICK AG absolviert. Die SICK AG unterstützt seit Beginn an Berufswettbewerbe in verschiedenen Disziplinen, beispielsweise in Polymechanik, Elektronik, Informatik oder Mechatronik.

Nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft hatte ich die einzigartige Möglichkeit 2013 an den WorldSkills in Leipzig teilzunehmen. Ein unvergessenes Erlebnis!

Obwohl ich gelernter Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung bin habe ich im Skill 04 Mechatronik teilgenommen. Dieser Skill war in meinem Jahr der Teilnahme der Wettbewerb mit den meisten Teilnehmern. Eine Besonderheit ist zudem, dass der Wettbewerb als Team ausgetragen wird. Im Allgemeinen muss eine Produktionslinie mechanisch aufgebaut, pneumatisch und elektrisch verdrahtet werden, sowie programmiert werden. Mein Teamkollege Timo Späth war für den mechanischen Aufbau und die Pneumatik zuständig und ich übernahm die Softwareentwicklung und elektrische Verdrahtung.

Mein derzeit ausgeübter Beruf nennt sich Entwicklungsingenieur Software. Nach der Ausbildung wusste ich, dass ich mein Fachwissen weiter vertiefen möchte und habe meinen Bachelor-Abschluss gemacht. Derzeit absolviere ich neben meinem Vollzeitjob ein Master-Fernstudium. Mein derzeitiges Unternehmen ist immer noch die SICK AG. Lebenslanges Lernen ist ein Punkt der Firmenphilosophie, weshalb ich auch nach meiner Berufsausbildung durch meinen Arbeitgeber unterstützt wurde und werde.

Während der Grundschule hatte ich ehrlich gesagt den Traum Polizist zu werden – wer kennt diese Kindheitswünsche nicht. Während meiner weiteren Schulkarriere hatte ich zunehmend die Möglichkeit durch verschiedene Fächer einen Einblick in die Informatik zu bekommen. Das hat in mir die Passion geweckt, weshalb ich mich dann neben der Schule mich im privaten Bereich für IT-Themen interessiert habe.

Mein Ausbildungsleiter sagte bei einer Einführungsveranstaltung: „Beruf kommt von Berufung“ – genau das ist meine Arbeit für mich. Eine Passion die jeden Tag neues verspricht. Als Softwareentwickler besitzt man die Möglichkeit aus dem nichts neues zu erschaffen und kein Tag gleicht dem anderen. Ich verbessere Prozesse, bilde diese Digital ab und erleichtere somit meinen Arbeitskollegen die tägliche Arbeit.

Meine Ausbildung war eine sehr lehrreiche Zeit und ich möchte diese auf keinen Fall missen. Trotz meines nachträglichen Studiums, bereue ich den Schritt, einen Beruf erlernt zu haben, nicht im Geringsten. Durch die Möglichkeit direkt in der Praxis zu lernen, festigt man sein Wissen erheblich. Für mich war die Ausbildung ein voller Erfolg und ich kann es jedem nur empfehlen. An alle technik- und informatikinteressierten junge Leute: informiert euch über den Beruf Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung.

Ich kann eine Ausbildung als Fachinformatiker jedem empfehlen der ein Faible für Technik, Mathematik oder Informatik besitzt. Die Möglichkeit ohne physikalische Gegenstände Produkte zu erstellen, ist einzigartig in diesem Beruf. Heutzutage sind einige der größten Unternehmen reine Softwareunternehmen, wie beispielsweise Google oder Facebook. Diese Unternehmen wurden oft in einer Garage ohne großes Kapital gegründet – genau das ist für mich die Faszination hinter diesem Beruf. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt!

Meine Teilnahme an den WorldSkills aber auch an den GermanSkills sind ein unvergessenes Ereignis. Die Möglichkeit sich auf nationalem und internationalem Top-Niveau mit Kollegen aus allen Ländern der Welt zu messen, ist unbeschreiblich. Natürlich ist es auch eine anstrengende Angelegenheit – die Vorbereitung, die Wettkämpfe und die Anspannung. Das Positive überwiegt jedoch bei Weitem. Jeder Mensch der die Möglichkeit besitzt einmal die WorldSkills besuchen zu können, sollte dies auch tun. Das Niveau ist atemberaubend und es ist durch die vielen verschiedenen Berufe für nahezu jeden etwas dabei.

Die größte Entwicklung hat sich in meinem Fall persönlich gezeigt. Ich brenne schon immer für meinen Beruf, aber durch die Möglichkeit, mein Können auf nationalem und internationalen Parkett unter Beweis zu stellen wurde das verstärkt. Das fokussierte Hinarbeiten auf Ziele und die Fokussierung auf wichtige Arbeitspunkte helfen mir in meinem heutigen Beruf enorm.

Mein Leben seit den WorldSkills Leipzig 2013:
Ausbildung –> Vorbereitung Deutsche Meisterschaften –> Sieg Deutsche Meisterschaften –> Vorbereitung Weltmeisterschaften –> 3. Platz bei den Weltmeisterschaften –> Abschluss der Ausbildung –> Bachelor Studium –> Beginn der Berufstätigkeit als Entwicklungsingenieur Software –> Berufsbegleitendes Masterstudium

Ich bin ein sehr zielgerichteter Mensch. In näherer Zukunft steht mein Master-Abschluss an, danach werden wir sehen. Vielleicht werde ich noch eine Promotion anschließen oder meine Karriere im Unternehmen weiter vorantreiben.

Jungen motivierten Menschen würde ich die Teilnahme an beruflichen Wettbewerben empfehlen. Die Möglichkeit, sich intensiv mit Themen auseinanderzusetzen, ermöglicht euch, sich neue Fachkenntnisse anzueignen und einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Absolventen zu erhalten. Zudem könnt ihr durch die Teilnahme an einem Wettbewerb nichts verlieren, sondern nur gewinnen. Wie sagt man so schön: Der Weg ist das Ziel!

Deutschland kann durch die Teilnahme an beruflichen Wettbewerben der Welt zeigen, wie wertvoll eine adäquate Berufsausbildung sein kann. Das duale System ist ein Erfolgsgarant der Wirtschaft von Deutschland. Durch die tollen Platzierungen in den internationalen Wettbewerben werden auch andere Länder auf unser Erfolgsrezept aufmerksam und das Ansehen der Qualität deutscher Produkte steigt. Zudem kann Deutschland anderen Ländern bei der Adaption dieses Systems helfen.

Mein abschließendes Statement:
Lebenslanges Lernen ist unabdingbar. Steht nie still und bildet euch weiter. Das wertvollste Kapital, das ein Mensch besitzt, ist sein Wissen!

Euer Lukas