Entdecke deine Talente - Berufsorientierungsprojekt - WorldSkills Germany

Wie wird eigentlich der Blutdruck gemessen und wozu ist das überhaupt wichtig? Die Schüler und Schülerinnen konnten dies im Rahmen des Berufsorientierungsprojektes selbst herausfinden.

Seine eigenen Talente entdecken, Berufsfelder kennen lernen und praktisch ausprobieren – dieses Erlebnis hatten zwei Tage lang rund 120 Renninger Schülerinnen und Schüler beim Berufsorientierungsprojekt „Entdecke Deine Talente“.

An insgesamt sieben Arbeitsstationen konnten die Schülerinnen und Schüler bei einem neuen Berufsorientierungsprojekt ihre Fähigkeiten und Kompetenzen entdecken. „Bin ich handwerklich oder technisch begabt? Bin ich eher kreativ oder habe ich das Talent zum Kommunizieren? Will ich anderen Menschen helfen? Oder möchte ich doch lieber studieren gehen?“ Diese Fragen konnten sich die Teilnehmer an der Maßnahme selbst beantworten.

„Wir haben die Mitmachstationen so aufgebaut, dass die Schülerinnen und Schüler die Aufgabe hatten, ein Jugendhaus zu bauen, beziehungsweise zu betreiben. Anhand dieser Geschichte durchliefen sie dann die einzelnen Praxisstationen,“ so Julian Insinger, Projektverantwortlicher bei WorldSkills Germany, der initiierenden Organisation. Jeder Schüler durchlief alle Stationen und erhielt nach jeder Station eine persönliche Bewertung. Dabei konnten sie in der Praxis erleben, was sie vorab schon in der Theorie vorgestellt bekommen hatten. Betreut wurden sie von qualifiziertem Personal unterstützender Unternehmen aus der Region aus Industrie, Handwerk und Dienstleistung.

Wolfgang Faißt, Bürgermeister der Stadt Renningen betonte im Pressegespräch das engagierte Zusammenspiel aller Partner im Projekt, von Bürgerstiftung Renningen über Staatliches Schulamt Böblingen und beteiligte Schulen bis zur Agentur für Arbeit Böblingen und der Bildungsorganisation WorldSkills Germany. Deutlich werde auch bei „Entdecke Deine Talente“, welchen hohen Stellenwert eine intensive, vielseitige Berufsorientierung in der Region habe und wie das lokale Netzwerk dabei unterstütze.

„Und so sehen wir eine fundierte berufliche Orientierung als gesellschaftliche Aufgabe an und unterstützen diese Maßnahme gerne,“ ergänzte Bernhard Maier, der Vorsitzende der Renninger Bürgerstiftung. Sie ist gemeinsam mit der Agentur für Arbeit maßgeblicher Finanzierungspartner der Maßnahme.

Im Projekt konnten sich die Schüler in verschiedenen Kompetenzfeldern testen: Kreativ-sprachlich (Florist mit BlumenGarten Marquardt/Blumen Paule-Liebchen), untersuchend-forschend (Hörakustiker mit Lindacher Akustik), handwerklich-technisch (Stuckateur mit dem Leistungszentrum der Stuckateure Leonberg), technisch-industriell (Industriemechaniker mit Sandvik Coromant), kaufmännisch-verwaltend (Bankkaufmann mit der Kreissparkasse Böblingen/Filial-Center Renningen) sowie pädagogisch-helfend (Pflegefachkraft mit HK Tagespflege). An einer 7. Station wurde ein Modul „Ausbildung 4.0“ präsentiert, wobei unterstützt mit Samsung-Tablets kleine praktische, berufsspezifische Mitmachmodule bauhandwerklich realisiert und dabei digitale Kompetenzen eruiert wurden.

Begleitet von Studenten des Hector-Instituts für Empirische Bildungsforschung der Universität Tübingen wurde die Berufsorientierungsmaßnahme wissenschaftlich evaluiert. Jeder Teilnehmer nahm an einer Befragung teil, erhielt ein Zertifikat mit Bewertung, berufsspezifische und zielgruppengerechte Informationsunterlagen und wird zugleich für Praktika in den entsprechenden Berufen sensibilisiert.

„Dieses Renninger Modell, wie wir es gerne nennen, unterscheidet sich in einigen Punkten wesentlich von anderen Programmen,“ erklären Hubert Romer und Jochen Pröchtel, ebenfalls von WorldSkills Germany: „Wir wollen, dass die Schüler und Schülerinnen nicht einfach Flyer mit nach Hause nehmen. Sie sollen im Gegenteil aktiv und in der Praxis ihre Fähigkeiten entdecken und dann die Berufsfelder dahinter erkunden. Dabei sind wir eine neutrale Plattform und offen für alle Bereiche der beruflichen Zukunft – von der beruflichen Bildung bis zum Studium.“

Ein sehr guter Weg wäre aber, erst in eine berufliche Ausbildung zu starten und dann nach Abschluss dieser über ein mögliches Studium oder aber über eine Aufstiegsqualifizierung im Beruf nachzudenken, schieben Beide als Empfehlung nach.

Die Maßnahme ist exemplarisch und modellhaft konzipiert und soll als integrativer Bestandteil der Berufsorientierung in das schulische Konzept eingepasst werden. Die Konzeption der Berufsorientierungsmaßnahme wurde in enger Abstimmung mit dem Kultusministerium Baden-Württemberg vorgenommen.

Die Schulleiter Karin Wittchen-Barsch, Realschule Renningen und Gerhard Kicherer, Friedrich-Schiller-Schule bescheinigten nach den zwei Projekttagen: „Das Projekt ´Entdecke Deine Talente´ ist eine exzellente Möglichkeit, Schüler bei der beruflichen Orientierung und Berufswahlentscheidung zu unterstützen. Es ist sehr gut, erst einmal mit den Kompetenzfeldern zu beginnen und dann die Berufe und Unternehmen ins Spiel zu bringen, damit alle Teilnehmenden ihren Weg ins Berufsleben erkennen. Unabhängig von jeglicher Schulform.“

Das Projekt in Renningen ist auf drei Jahre konzipiert und wird in zahlreichen anderen Städten ebenfalls seine Umsetzung finden.

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