Junge Generation will von Politik mehr gehört werden


Wahlkämpfe bestimmen das Jahr 2021: Die Parteien versuchen mit ihren Programmen, möglichst viele Wähler/innen zu überzeugen. Welche Berücksichtigung finden aber junge Menschen und ihre Meinungen in diesem Prozess? Werden sie überhaupt gehört? Fühlen sie sich von der Politik verstanden? WorldSkills Germany hat sich mit seiner diesjährigen Umfrage für Auszubildende: „Was denken junge Menschen über Politik?“ genau diesem Thema gewidmet. Im Februar und März 2021 nahmen insgesamt 317 Auszubildende anonym an der Befragung teil. Wir fassen einige der wichtigsten Ergebnisse der Trendanalyse zusammen.

Ginge es nach den Auszubildenden läge die Wahlbeteiligung der kommenden Bundestagswahl bei mindestens 80 Prozent. „Wenn wir schon das System der Demokratie haben, dann sollten wir auch von unserem Wahlrecht Gebrauch machen“, schreibt ein/e Umfrage-Teilnehmer/in. Jeweils 10 Prozent sind noch unentschieden oder werden ihre Stimme im September nicht abgeben.
Am ehesten von Politiker/innen verstanden fühlen sich die Auszubildenden bei den Themen „berufliche Aufstiegschancen“ (124 Nennungen) und „Arbeitsbedingungen für Auszubildende“ (101). 83 Azubis gaben jedoch an, sich bei keinem der zur Auswahl stehenden Themen von der Politik gut verstanden zu fühlen. Die Anzahl der Nennungen der Themen, bei denen sich junge Menschen nicht gut von Politiker/innen verstanden fühlen, ist um ein Vielfaches höher. Spitzenreiter ist hier die „Digitalisierung“ mit 224 Nennungen, gefolgt von „Schulsystem“ (204), „Zukunft der jungen Generation“ (202) und „Umwelt & Nachhaltigkeit“ (192).

Doch wie können Politiker/innen dafür sorgen, dass die Ideen junger Menschen mehr Beachtung finden? Die Azubis meinen, sie sollten „direkten Kontakt zu jungen Menschen aufbauen“ (222), „Stimmungsbilder der jungen Menschen einholen“ (200) und „Demonstrationen junger Menschen wahr- und ernst nehmen“ (183). „Da in meiner Generation jeder ein Handy hat, wäre eine App für regelmäßige Umfragen und Mehrheitsentscheide gut“, gab es z. B. als Rückmeldung.

Wie können junge Menschen dafür sorgen, dass die Politik mehr Beachtung in ihrer Generation findet? Hier antworten die Azubis mehrheitlich mit „eigene Meinung zu politischen Themen bilden“ (245), „aktuelle Themen verfolgen“ (216) und „mit Freunden über politische Themen sprechen“ (179). Die Abschlussbotschaften der Auszubildenden an die Politik sind von ganz unterschiedlichen Anliegen geprägt. Am häufigsten werden Aussagen getroffen wie „Politiker/innen sollten an alle Generationen denken, vor allem an die junge Generation“ (43 von 138 Rückmeldungen) sowie „zieht auch andere und neue Denkweisen in Betracht“ (23/138). „Die junge Generation ist voller Ideen und Potenzialen für die Zukunft. Wir werden früher oder später auch eine politische Rolle wahrnehmen, also wäre es nur von Vorteil, wenn man uns schon früher mit einbezieht“, heißt es in einer der Botschaften.

Die Ergebnisse der Umfrage können Sie hier in ausführlicher Form runterladen >>

Jetzt anschauen

Am 15. Juni 2021 initiierte WorldSkills Germany den Thementag „Berufliche Bildung und Politik – Jetzt handeln für die Zukunft!“. Hier wurden die Ergebnisse der Azubi-Umfrage präsentiert. Auch hatte der erste Audio-Talk von WorldSkills Germany Premiere, bei dem junge Menschen über Politik und die Anliegen der jungen Generation sprachen und auch O-Töne von Bundestagsabgeordneten aus einer früheren Gesprächsrunde von WorldSkills Germany eingespielt wurden. Beim Online-Talk „Zukunft braucht Bildung – Forderungen von Unternehmen und Arbeitgeberverbänden an die Politik im Wahljahr 2021“ traten Vertreter/innen von fünf WorldSkills Germany-Mitgliedern in den Austausch über die Nachwuchsgewinnung, die Digitalisierung und die Zukunft der beruflichen Bildung.

Präsentation der Ergebnisse unserer Azubi-Umfrage zum Thema Politik

„Politiker, hört uns zu!“ – WorldSkills Germany im Gespräch

Zukunft braucht Bildung – Forderungen von Unternehmen und Arbeitgeberverbänden an die Politik im Wahljahr 2021