Fotos (von Pexels): Frau mit Rad – Andrea Piacquadio, Foto Baum – yugal srivastava, Foto Wasser – Ekrulila, Foto Apfel – Rachel Claire

Gemeinsam für unsere Welt! Den gesamten Monat April widmen wir uns mit #SkillsSustain dem Thema Nachhaltigkeit.

„Für mich ist Nachhaltigkeit besonders in der heutigen Zeit wichtig, da die Ressourcen des Planeten immer weiter über das Limit hinaus ausgeschöpft werden“, so Lukas Kohl, Champion in der Wettbewerbsdisziplin Water Technology bei den WorldSkills in Kasan 2019.

Aber wie weit sind unsere Ressourcen aufgebraucht? Darauf macht der Earth Overshoot Day aufmerksam, dieser ist eine Kampagne der Organisation Global Footprint Network und bezeichnet den Tag des Jahres, ab dem die Menschen mehr natürliche Ressourcen verbrauchen, als die Erde produziert. Es ist der Zeitpunkt, an dem aus ökologischer Sicht die Menschen über ihre Verhältnisse leben. Im letzten Jahr fiel der Earth Overshoot Day erstmalig später aus und zwar am 22. August. Laut Global Footprint Network ist das eine direkte Folge der weltweiten COVID-19-Quarantänen und -Lockdowns. Der Earth Overshoot Day 2019 war am 29. Juli und somit der früheste seit Beginn der Kampagne (1987). Für dieses Jahr ist der Tag noch nicht berechnet.

Deutschland gehört zu den Nationen, die am meisten Ressourcen verbrauchen. Damit der Earth Overshoot Day zukünftig später im Jahr stattfindet, zählt jeder Einzelne, denn jeder hat die Verantwortung etwas zu verändern.

Was kann ich tun?

  • Ernährung überdenken z.B. den Fleischkonsum reduzieren
  • Der Natur helfen z.B. Bäume pflanzen, Wiesen voller Pflanzenvielfalt ermöglichen
  • Nachhaltig reisen z.B. Flugreisen reduzieren, kleinere Hotels buchen
  • Lebensmittel sparen z.B. bedacht einkaufen, Foodsharing
  • Kleidung bewusst kaufen z.B. Second-Hand-Mode
  • Transportmittel sinnvoll nutzen z.B. mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, Carsharing

Würden wir beispielsweise allein die Nahrungsmittelabfälle weltweit halbieren, würde der Earth Overshoot Day 11 Tage später stattfinden. Eine Halbierung des ⁠CO2⁠-Ausstoßes würde das Datum um 89 Tage verschieben.

„Sammle deinen Reichtum, ohne seine Quellen zu zerstören, dann wird er beständig zunehmen. „- Gautama Buddha

Champion Lukas Kohl, Fachkraft für Wasser- und Abwassertechnik, teilt mit uns seine Sicht der Dinge:

„Für mich ist Nachhaltigkeit besonders in der heutigen Zeit wichtig, da die Ressourcen des Planeten immer weiter über das Limit hinaus ausgeschöpft werden. Mir bedeutet es sehr viel, den Leuten wieder verständlich zu machen, dass es nicht immer das neueste Handy oder das schnellste Auto sein muss, sondern im Wesentlichen, dass man mit den Sachen die man besitzt, sorgfältig und gewissenhaft umgeht. Nachhaltigkeit betrifft jeden Menschen, denn jeder von uns ist Teil dieser Welt und ich bin der Meinung, wer Müll produziert, muss diesen auch wieder beseitigen. Angefangen von den ganzen PET–Flaschen bis hin zu unseren Masken. Jedes Stück Müll, das in die Umwelt gelangt, braucht Jahre um von der Natur abgebaut zu werden. Viel schlimmer ist meistens, dass vieles nicht komplett abgebaut wird und Reste von Mikroplastik verbleiben. Allein wie viel Müll jeden Tag an der Kläranlage ankommt, zeigt mir, dass hier noch viel Aufklärungsbedarf besteht.
Meine Arbeit ist, das Abwasser zu reinigen und geklärt in den Fluss zu leiten. Doch das ist jeden Tag mit neuen Herausforderungen gespickt. In meinem Beruf versuche ich, dass möglichst viele Schadstoffe aus dem Wasser entfernt werden. Ich achte darauf, dass ich möglichst häufig mit dem Fahrrad in die Arbeit fahre, so wenig Müll wie möglich daheim produziere, indem ich wenig Dinge in Plastikverpackungen kaufe, meine Tragetasche oder einen Korb benutze anstelle von Plastiktüten. Was auch ganz wichtig ist, dass ich mir die Zeit nehme, selber etwas zu kochen und bestelle nur im nötigsten Fall Essen.
Jeder kann ein Stück zur Nachhaltigkeit beitragen, z. B. indem nur das in die Toilette kommt, was dort hineingehört und wenn es möglich ist, das Auto stehenzulassen und öffentliche Verkehrsmittel oder, falls vorhanden, das eigene Fahrrad zu verwenden. Aus meiner Sicht muss hier noch viel mehr unternommen werden, um die Natur zu schützen.
Das Thema Nachhaltigkeit beginnt in jeder Generation von neuem, denn die Aufgabe der jetzigen Generation ist es, die Welt so zu hinterlassen, das künftige Jahrgänge ohne Gefährdung ihre eigenen Bedürfnisse ausleben können. Dies alles ohne dabei die Umwelt zu zerstören oder die Ressourcen zu verknappen, sodass weder Armut entsteht, noch sonstige soziale Ungleichheiten aufkommen.“

Wir bedanken uns bei Lukas für diese starken und zum Nachdenken anregenden Worte.

In einem Nachhaltigkeits-Quiz haben wir Interessantes zum Thema zusammengetragen. Hier kann jeder sein eigenes Wissen testen >>

Auch die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) setzt sich für eine nachhaltige Wasserwirtschaft ein. „Die Erde hat zur Zeit 7,5 Milliarden Menschen als Bewohner und es werden 10 Milliarden werden. Der Druck auf Land, Wasser, Luft und Boden wird weiter ansteigen. Darauf müssen wir uns einstellen und schonender mit der Erde umgehen“, erklärt Dipl.-Ing. Rüdiger Heidebrecht, Abteilungsleiter für Bildung und Internationale Zusammenarbeit bei der DWA.

In einem Video hat die DWA spannende Fakten rund um Wasser und Nachhaltigkeit veröffentlicht.

Jetzt hier anschauen: