Beim ersten Wettbewerb 2016/2017 gewann das Team der Festo AG & Co. KG

Beim ersten Wettbewerb 2016/2017 gewann das Team der Festo AG & Co. KG

Die Visionen junger Fachkräfte zur Ausbildung und Arbeit von morgen sind genauso vielfältig wie kreativ – das haben die Teilnehmer des Wettbewerbs „Digital Youngsters“ erneut unter Beweis gestellt. Insbesondere das Lernen und Arbeiten mit elektronischer Unterstützung steht im Fokus der Beiträge. In den Visionen der jungen Fachkräfte werden Schule und Büro zur App und existieren vor allem als virtueller Raum. Roboter, digitale Bildung und Work-Life-Balance ziehen sich wie ein roter Faden durch den Wettbewerb. Schule und Prüfungswesen werden unnötig, theoretische Kenntnisse stehen in einer Cloud zur Verfügung. Auch die Inklusion spielt in den Konzepten eine Rolle.

Wie sieht die berufliche Bildung in der Zukunft aus? Wie gestaltet sich die Arbeitswelt von morgen? Welche Kompetenzen benötigen die Menschen?
Auf Basis dieser Leitfragen kreieren die Auszubildenden im von WorldSkills Germany initiierten Wettbewerb „Digital Youngsters“ ihre Visionen vom Berufs- und Ausbildungsleben der Zukunft und präsentieren sie der Öffentlichkeit. Mit dem Projekt haben junge Menschen die Chance, sich in diesem Gestaltungsprozess aktiv als Experten einzubringen – immerhin sind genau sie die Gruppe, die zukünftig davon betroffen sein wird. Der Wettbewerb nimmt damit eine Art Vorreiterrolle in Deutschland ein. In der nun zweiten Auflage haben insgesamt 15 Azubi-Teams aus allen Bereichen von Industrie, Handwerk und dem Dienstleistungssektor dazu eigene Konzepte entwickelt. Diese hat eine Jury nun ausgewertet und über die sieben Finalistenteams entschieden: Audi AG, Annedore Leber Berufsbildungswerk, Heraeus Holding GmbH, CANCOM Pironet AG & Co. KG, GP Günter Papenburg AG, Brandt Zwieback GmbH & Co. KG und die Meisterschule für Schreiner Garmisch-Patenkirchen – Gruppe Oberfläche. Sie alle überzeugen mit ihren unterschiedlichen Perspektiven auf das Ausbildungs- und Arbeitssystem. So wurden etwa die Chancen neuer Technologien für den Prozess des Wissenserwerbs insbesondere an Mobile Devices exemplarisch ausgelotet. Auch die künftige Bedeutung der Schule im dualen System sowie die Rolle der Ausbilder im Betrieb wurden in den Konzepten kritisch hinterfragt.

„Zukünftig wird die Arbeit durch die Interaktion von Mensch und Maschine, hauptsächlich Tablets, VR/AR-Brillen und Roboter, erledigt, und das unabhängig von Ort und Zeit. Ausbilder fungieren mehr als Coach. Schulen müssen sich der Weiterentwicklung schneller anpassen“, fasst WorldSkills-Vorsitzende Andrea Zeus einige Visionen der Teams zusammen. „Auch, wenn der Weg bis zur Umsetzung ihrer Vision noch ein weiter ist, so bietet der Wettbewerb ‚Digital Youngsters‘ den jungen Menschen die Chance, sich an dem Wandel der Strukturen aktiv zu beteiligen.“ Von den eingereichten Konzepten überzeugt ist auch Jurymitglied Steffen Ganders, Director Corporate Affairs bei der Samsung Electronics GmbH, die das Projekt begleiten: „Eine positive Erkenntnis ist, dass die Teilnehmer Technologien wie Virtual Reality, Tablets sowie Robotern aufgeschlossen gegenüberstehen und ihren Mehrwert für die Entlastung am Arbeitsplatz, mobile Arbeit und die Work-Life-Balance zu schätzen wissen.“

Für die sieben Teams, die es ins Finale geschafft haben, findet am 19. Juli ein Coaching bei der Samsung Electronics GmbH in Schwalbach bei Frankfurt statt. Dabei erhalten die Teams in Einzelworkshops Feedback von den Jurymitgliedern als Basis zur weiteren Vertiefung ihrer Konzepte. Bis Ende Oktober können sie diese ausarbeiten, bevor die „Gestalter von morgen“ sie im Finale Anfang Dezember präsentieren. „Einmal mehr zeigt sich, dass der ‚Digital Youngsters‘-Wettbewerb ein wichtiges Sprachrohr junger Menschen hinsichtlich ihrer Vorstellungen und Wünsche, aber auch Sorgen und Ängste über die zukünftige Arbeitswelt ist“, resümiert Juror Prof. Dr. Christoph Igel vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Berlin.

Die Pressemitteilung hier herunterladen >>
 

Das sind die Statements der Jury

Andrea Zeus, Vorstandsvorsitzende WorldSkills Germany:
Die Visionen der Teams haben sich im Grundsatz gar nicht so sehr voneinander unterschieden. Zukünftig wird die Arbeit durch die Interaktion Mensch / Maschine – hauptsächlich Tablets, VR/AR-Brillen und Roboter – erledigt und das unabhängig von Ort und Zeit. Ausbilder fungieren mehr als Coach. Schulen müssen sich der Weiterentwicklung schneller anpassen, bis hin zu der Variante, dass Schule nur noch eine Software ist. Der Wettbewerb „Digital Youngsters“ bietet den jungen Menschen die Chance, sich an dem Wandel der Strukturen aktiv zu beteiligen.

Steffen Ganders, Director Corporate Affairs der Samsung Electronics GmbH:
Beim „Digital Youngsters“-Wettbewerb möchte Samsung jungen Talenten die Möglichkeit geben, die moderne Arbeitswelt mitzugestalten. Eine positive Erkenntnis ist, dass die Teilnehmer Technologien wie Virtual Reality, Tablets sowie Robotern aufgeschlossen gegenüberstehen und ihren Mehrwert für die Entlastung am Arbeitsplatz, mobile Arbeit und die Work-Life-Balance zu schätzen wissen. Für die Zukunft lohnt es sich bestimmt, neben der Auszubildenden- auch die Ausbilderperspektive einzubeziehen.

Prof. Dr. habil. Christoph Igel, Scientific Director Educational Technology Lab Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz Berlin:
Einmal mehr zeigt sich, dass der „Digital Youngsters“-Wettbewerb ein wichtiges Sprachrohr junger Menschen hinsichtlich ihrer Vorstellungen und Wünsche, aber auch Sorgen und Ängste über die zukünftige Arbeitswelt ist. Eindrucksvoll und eindringlich zugleich wurden diese von Teams aus vielen Teilen Deutschlands dargestellt, erläutert, begründet, erklärt. Einmal mehr bin ich beeindruckt von deren hoher Qualität und dem Engagement der jungen Menschen für das Anliegen der WorldSkills.“

Dr. Axel-Michael Unger, ehem. Präsident des Bundesverbands Deutscher Berufsausbilder:
Meine Wahrnehmung ist, dass der „Digital Youngsters – Wettbewerb“ für die Zukunft unserer Ausbildung ein wichtiger Meilenstein ist. Die Schlüsselfunktion des Ausbildungspersonals wird in Frage gestellt und kann nur durch intensive Fort- und Weiterbildung, bzw. Präsenz aufrechterhalten werden. Auch das jetzige Prüfungswesen findet kaum Wertschätzung. Gibt es in Zukunft noch Abschlussprüfungen? Ich finde es beeindruckend das sich drei Teams auch mit dem Thema Inklusion beworben haben. Das große Engagement der jungen Menschen im Wettbewerb finde ich bewundernswert!

Jürgen Hollstein, Geschäftsführer Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung:
Bei allen Ideen nahm das Tablet eine entscheidende Rolle ein. Klassische Bücher und Papier werden in der Ausbildung kaum noch gesehen, stattdessen wird mit elektronischer Unterstützung individuell gelernt und gefördert. Das tiefe Eintauchen in die digitale Welt erfolgt durch weitere Hilfsmittel wie Brillen oder Kontaktlinsen, die „mixed reality“ ermöglichen. Selbst die Berufsschule wird dann zur App und existiert vor allem als virtueller Raum.

Martin Hüppe, Geschäftsführer IServ GmbH:
Ausgehend von der Analyse ihrer aktuellen Ausbildungssituation wurde in einigen Beiträgen auch die künftige Bedeutung der Schule im dualen System kritisch befragt und die künftige Rolle der Ausbilder relativiert. Die Integration der schulischen Ausbildungsanteile in den Betrieb und das Lernen über die „Cloud“ wurde zur Alternative erklärt. Das gibt Denkanstöße und stimmt gleichzeitig aber auch nachdenklich. Insgesamt ist das hohe Engagement der Auszubildenden wieder beeindruckend. Dabei liefern die Wettbewerbsbeiträge wertvolle Impulse für die Diskussion und zukunftsorientierte Ausrichtung unseres Ausbildungssystems.

Diese Teams haben ihre Konzepte eingereicht

  • Annedore Leber Berufsbildungswerk
  • Annedore Leber Berufsbildungswerk und Flexim GmbH
  • Audi AG
  • BBW St. Franziskus Abensberg
  • Brandt Zwieback GmbH & Co. KG
  • CANCOM Pironet AG & Co. KG
  • GP Günter Papenburg AG
  • Heraeus Holding GmbH
  • Kriwan Industrie-Elektronik GmbH / Kriwan Testzentrum GmbH
  • Meisterschule für Schreiner Garmisch-Patenkirchen – Gruppe Oberfläche
  • Meisterschule für Schreiner Garmisch-Patenkirchen – Maschinenraum
  • Meisterschule für Schreiner Garmisch-Patenkirchen – Bankraum
  • Meisterschule für Schreiner Garmisch-Patenkirchen – Montage
  • ODU GmbH & Co. KG
  • Robert Hofmann GmbH

Keine Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar.

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte gib deinen Namen ein. Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein. Bitte gib ein Nachricht ein.

Datenschutz gelesen und verstanden

Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden.

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.