Mehr qualifiziertes Fachpersonal durch Wettbewerbe

Das harte Training zahlte sich für Patrick Gundert aus. Er gewann Silber in der Demonstrationsdisziplin "Water Technology".

Das harte Training zahlte sich für Patrick Gundert aus. Er gewann Silber in der Demonstrationsdisziplin „Water Technology“.

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Von Dipl.-Ing. Rüdiger Heidebrecht, Abteilungsleiter Bildung und internationale Zusammenarbeit, DWA-Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V.

Drei von vier Jobs in der Welt sind direkt abhängig von der Verfügbarkeit von Wasser. Der Weltwasserbericht 2017 zeigt auf, dass nur 20 Prozent der Weltabwassermengen bisher gereinigt werden. Diese beiden Zahlen verdeutlichen die dringende globale Notwendigkeit, ausreichend qualifiziertes Fachpersonal für den steigenden Bedarf in der Wasserwirtschaft auszubilden.

Sauberes Wasser ist ein lokales, aber auch ein globales Problem. Eine zunehmende Weltbevölkerung und Klimaveränderungen bedingen überall mehr Investitionen im Wassersektor und damit auch einen höheren Ausbildungsbedarf.

WorldSkills kann mit seinem neuen Skill „Water Technology“ hierzu einen wichtigen Beitrag leisten und seine Mitgliedsländer motivieren, in die erforderliche Ausbildung im Wassersektor zu investieren.

Großes Publikumsinteresse für Demonstrationsskill

Abu Dhabi, 18. Oktober 2017, 15:30 Uhr Ortszeit. Dr. Nader Imani, Executive Vice President von Festo Didactic, verkündet gemeinsam mit dem Autor des Beitrags die Gewinner im Demonstrationskill „Water Technology“ bei der Weltmeisterschaft der Berufe.
Nach vier arbeitsintensiven Tagen für die fünf Teilnehmer gibt es Gold für Mohammad Hossein Salehi aus dem Iran, Silber für Patrick Gundert aus Deutschland und Bronze für Dmitrii Ponomarev aus Russland. Trainiert wurden die Teilnehmer von ihren jeweiligen Landesexperten. Hilmar Tetsch aus Stuttgart leistete als „Chief Expert“ für diesen Wettbewerb eine hervorragende Arbeit. Er ist einer aus der Riege engagierter Experten für die bisherigen nationalen Wettbewerbe in diesem Skill.

Insbesondere die Arbeit dieser Ehrenamtlichen in Verbindung mit dem intensiven Zusammenwirken von WorldSkills Germany, des DWA Verbandes und der Firma FESTO trugen maßgeblich bei, dass Deutschland es geschafft hat, diesen neuen Wettbewerb bei den WorldSkills zu fördern. Die Zusammenarbeit von DWA und FESTO geht auf die WorldSkills Leipzig 2013 zurück. Dort wurden erstmalig mit deutschen Auszubildenden aus verschiedenen Städten die Berufe „Fachkraft für Wasserversorgungstechnik“ und „Fachkraft für Abwassertechnik“ vorgestellt. International wurde
dann daraus der Wettbewerb „Water Technology“. FESTO hatte 2015 auf der WorldSkills São Paulo / Brasilien aktiv für den Berufswettbewerb geworben. Die enge Partnerschaft von Fachverband und Industriepartner zahlten sich aus.

Der „silberne“ Patrick Gundert verdankt seinen Erfolg einer hervorragenden Ausbildung bei den Servicebetrieben Neuwied (Rheinland-Pfalz). In der dortigen Kläranlage absolviert der 19jährige seine Ausbildung im dritten Lehrjahr. Unterstützt wurde der deutsche Teilnehmer auch von seinen nach Abu Dhabi mitgereisten Eltern.

Digitalisierung erhöht Attraktivität der Berufe

Wettbewerbe wie die WorldSkills und auch die vorausgehende nationale Meisterschaft „Water Skills Germany“ auf der Messe IFAT machen die Berufe attraktiv und fördern den Bekanntheitsgrad. Talente können gefunden und gefördert werden. „Lernen im Wettbewerb“ bewirkt, dass Berufsschulen und Betriebe gemeinsam an einem „Projekt“ arbeiten können und Motivation und Teamgeist gesteigert werden.

Der deutsche Teilnehmer, der 2019 zu den nächsten WorldSkills nach Kazan fahren wird, wird auf der nächsten Messe IFAT im Mai dieses Jahres in München ermittelt. AZUBI Teams aus ganz Deutschland können sich zu den nationalen Water Skills Germany anmelden.

Die Berufe „Fachkraft für Wasserversorgungstechnik“ und „Fachkraft für Abwassertechnik“ unterliegen einem starken Digitalisierungsdruck und damit einer zunehmend stärkeren Veränderung der Berufswirklichkeit. WorldSkills ermöglicht es, die sich verändernde Berufswelt darzustellen und starke Impulse für eine verbesserte praxisnahe und zukunftsfähige Berufsausbildung zu geben. In Abu Dhabi z.B. mussten die Teilnehmer bei der der täglichen VR-Aufgabe
(Virtuelle Realität) in einer virtuellen Kläranlage Aufgaben erledigen und Fehler erkennen. Solche VR-Anwendung ermöglicht, die Realität in den Klassenraum, in die Meisterschaft, einfließen zu lassen. Diese „Story“ schafft dann die Anknüpfung zu den einzelnen Teilaufgaben, die somit in einen Gesamtkontext gestellt sind und damit dem Auszubildenden seine ganzheitliche Berufswelt vermittelt.

DWA-Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V.
Rüdiger Heidebrecht /// eMail: Heidebrecht@DWA.de

Festo Didactic SE
Dr. Nader Imani /// eMail: did@festo.com

Adiro Automatisierungstechnik GmbH
Klaus Kronberger /// eMail: info@adiro.com

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