Karl Maurer (Geschäftsführer) Foto: Toni Maurer GmbH & Co. KG

Warum sich die Ausbildung des eigenen Nachwuchses lohnt und das Kfz-Gewerbe jungen Menschen zukunftssichere Perspektiven bietet Mit rund 37.000 Kfz-Meisterbetrieben ist das Kfz-Gewerbe ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Etwa 437.000 Beschäftigte sind hier tätig, darunter ca. 94.600 Auszubildende. Mit durchschnittlich mehr als zwei Azubis pro Betrieb ist das Kfz-Gewerbe damit die Nummer 1 bei der Ausbildung im Handwerk.

Wie wichtig die Ausbildung und damit die Nachwuchssicherung für das eigene Unternehmen ist, wissen die Kfz-Betriebe genau. Sie legen großen Wert auf eine solide Grundausbildung junger Menschen und deren Fort- und Weiterbildung. Eines dieser sehr engagierten Unternehmen ist die Toni Maurer GmbH & Co. KG aus Türkheim. Sie hat mit Thomas Holzmann sogar einen Weltmeisterschaftsteilnehmer hervorgebracht.

Verantwortung für sich und die Gesellschaft übernehmen
Es war das Jahr 1963, als Toni Maurer seine Firma für Fahrzeuge aller Art in Ettringen in Bayern gründete. Schnell entwickelte sich das Unternehmen zu einer Nutzfahrzeugwerkstatt und zog nach Türkheim um. Hier baute der Betrieb neben dem Lkw-Servicegeschäft zunehmend auch den Spezialfahrzeugbau aus. In den darauffolgenden Jahren kamen neue Niederlassungen hinzu. Heute ist das Unternehmen nach eigenen Angaben ein „Spezialfahrzeughersteller mit weltweitem Wirkungskreis und Aktivitäten aufgrund unserer einzigartigen Innovationskraft“.

Karl Maurer, Sohn von Toni Maurer, folgte in die Fußstapfen des Vaters und absolvierte in einem Pkw-Autohaus die Ausbildung zum Kfz-Mechaniker. Anschließend wechselte er in den elterlichen Betrieb. „Dort habe ich die Weiterbildung zum Kfz-Meister gemacht – und jeden Tag im realen Leben Wissen aufgenommen“, erzählt er.

Warum das Thema Ausbildung für Toni Maurer und sein Unternehmen, in dem derzeit 193 Mitarbeiter*innen beschäftigt sind, so wichtig ist, liegt für den 82-Jährigen auf der Hand: „Wir brauchen Fachkräfte! Die Meinung, dass heute alles mit ‚Klicken und Wischen‘ funktioniert, haben hoffentlich nur die selbst ernannten ‚Influencer‘.“ Wer heute Einfluss auf seine, aber auch die gesellschaftliche Entwicklung nehmen möchte, müsse Verantwortung für sich und die Gesellschaft übernehmen. „Eine fundierte Ausbildung, das Zuhören, Lernen, Begreifen und dann selbstständig Umsetzen sind die Grundlagen für jegliche Zukunft“, betont Maurer.

Nicht alle Kfz-Betriebe bilden jedoch auch selbst aus. Manche schauen sich nach jungen Gesellen um, die ein anderes Unternehmen durchaus mit Aufwand verbunden ausgebildet hat. Toni Maurer hat dazu eine klare Meinung: „Jeder Unternehmer muss Verantwortung für seine Zukunft übernehmen. Azubis von Unternehmen abzuschöpfen, die diese ausgebildet haben, ist sicher kein Zeichen von Stärke! Die Vorteile, eigene Auszubildende zu beschäftigen, sind eindeutig. Jeder Azubi, der aus den eigenen Reihen kommt, kann ohne Einarbeitungszeit sofort anfangen und ist – noch bevor er als Geselle beginnt – bereits Teil des Teams“, sagt Maurer.

Das Kfz-Gewerbe als sichere Zukunft für die berufliche Karriere
Gemeinsam mit Automobilherstellern, internationalen Kfz-Herstellern sowie der Robert Bosch GmbH führt der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe die bundesweite Nachwuchsinitiative „Auto Berufe – Zukunft durch Mobilität!“ durch. Denn eine Karriere im Kfz-Gewerbe lohnt sich.

Luftaufnahme der Toni Maurer GmbH & Co. KG Foto: Toni Maurer GmbH & Co. KG

Das weiß auch Thomas Holzmann, der Mitte der 2000er-Jahre seine Ausbildung bei Toni Maurer absolvierte. Als hervorragend ausgebildeter Geselle qualifizierte er sich sogar für die Weltmeisterschaft der Berufe. 2007 trat er bei den WorldSkills in Shizuoka in Japan gegen die besten Kfz-Mechatroniker*innen der Welt an und wurde aufgrund seiner herausragenden Leistungen mit der Exzellenzmedaille ausgezeichnet. Seit einigen Jahren ist Thomas Holzmann nun selbst Bundestrainer für die Wettkampfdisziplin „Nutzfahrzeugtechnik“ bei der Europameisterschaft der Berufe, den EuroSkills. Aktuell ist er außerdem als Ingenieur für die Toni Maurer GmbH & Co. KG tätig.

Der Beruf des Kfz-Mechatronikers ist bei Männern der beliebteste Ausbildungsberuf. Auch Toni Maurer weiß, woran das liegt und bekräftigt Eltern, ihre Kinder zu einer Ausbildung im Kfz-Gewerbe zu motivieren. „Fahrzeuge gab es gestern, gibt es heute und wird es auch morgen geben. Transport wird immer wichtiger, egal durch welche Antriebsart ein Fahrzeug bewegt wird. Es ist ein Beruf mit Zukunft, in dem man eine sichere Lebensbasis haben kann, der aber auch enorme Zukunftschancen bietet für diejenigen, die ‚mehr‘ wollen.“

Fundierte Ausbildung statt windigem Studium
Unternehmen wie die Toni Maurer GmbH & Co. KG setzen sich mit großem Engagement dafür ein, jungen Menschen eine Zukunft zu geben, sie auf höchstem Niveau auszubilden. Warum aber tut sich, trotz der Beliebtheit des Kfz-Gewerbes bei den Ausbildungsberufen, die Gesellschaft und auch die Politik noch immer recht schwer damit, die berufliche Bildung als gleichberechtigt zur akademischen Bildung anzuerkennen? Karl Maurer kann dies nicht verstehen. „Warum heute jede oder jeder irgendetwas Undefinierbares studieren will, ist mir unklar“, sagt der 51-Jährige. „Ein gut gelernter Beruf ist doch sicher eine bessere Lebensgrundlage in einem sicheren, überall vorhandenen Berufsumfeld als ein windiges Studium mit abgehobenen unaussprechlichen Abschlüssen, die es nur an wenigen Standorten und mit überschaubarem Bedarf gibt.“

Damit die Kfz-Berufe auch in Zukunft attraktiv bleiben, darf die Entwicklung der Ausbildung nicht stehen bleiben. „Wir müssen einerseits so ausbilden, dass es zum Lehrplan passt, aber müssen noch genügend Freiraum für die spezifische Ausbildung an unseren Marken, Produkten und Spezialitäten haben“, betont Toni Maurer. „Daher gilt es, einen sauberen, allgemeinen Grundstock an Wissen als Basis in den ersten zwei Jahren zu legen. Danach muss dann das richtige Wissen in der vom Azubi gewünschten und gemeinsam mit dem Ausbildungspersonal festgelegten Fachrichtung vermittelt werden.“

Mehr über eine Karriere im Kfz-Gewerbe auf wasmitautos.com

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe stellt sich hier vor >>

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