Stefan Lamminger, Elektroniker für Automatisierungstechnik, will bei seinem zweiten internationalen Berufswettbewerb aufs Treppchen

Stefan Lamminger konzentriert beim Wettbewerb – WorldSkills Kasan 2019 (Foto: Anja Jungnickel)
Jeden Arbeitsschritt per Hand machen? Nicht nötig! Die Automatisierung erleichtert in der Industrie Prozesse und Tätigkeiten. Auch im Alltag begegnet man ihr viel öfter als gedacht, zum Beispiel an Ampelanlagen oder Torsteuerungen. Ohne den Menschen funktioniert die Automatisierung jedoch nicht und so sind Elektroniker*innen für Automatisierungstechnik immer dort gefragt, wo große Anlagen mit automatischen Produktionsabläufen fehlerfrei arbeiten sollen. Einer dieser Elektroniker ist Stefan Lamminger.

Der 21-Jährige aus dem Berchtesgadener Land kam durch Glück zu seinem Traumberuf: „Ich habe mich damals bei meinem Ausbildungsbetrieb als Mechatroniker beworben, denn eine Ausbildung als Elektroniker für Automatisierungstechnik war an diesem Jahr noch nicht ausgeschrieben. Glücklicherweise wurde ich beim Vorstellungsgespräch gefragt, ob ich auch Elektroniker lernen möchte, was mir sogar noch deutlich besser gefiel.“ Bei seiner Zwischenprüfung erzielte Stefan so gute Ergebnisse, dass er zur Deutschen Meisterschaft in der Disziplin Anlagenelektronik eingeladen wurde und diese gewann. Doch damit nicht genug. Im Jahr 2019 nahm der Elektroniker bei den WorldSkills in Kasan mit über 1.350 anderen jungen Fachkräften teil, maß sich mit den Besten seines Berufs und verfehlte nur knapp die Bronzemedaille. Für seine herausragende Leistung wurde er mit der Exzellenzmedaille ausgezeichnet.

Dieses Jahr stellt sich Stefan erneut der Herausforderung und nimmt im September an den EuroSkills 2021, der Europameisterschaft der Berufe in Graz teil: „Bei einem Wettbewerb erneut dabei zu sein, heißt, wieder volle Konzentration und alles zu geben. Mein Ziel für Graz ist es, den bestmöglichen Platz zu erreichen.“

Wir haben Stefan zu seiner Berufswahl, den Fähigkeiten zu diesem Beruf und seiner Teilnahme an den internationalen Wettbewerben gefragt:

Was gefällt dir an deinem Beruf bzw. reizt dich besonders daran?
Heutzutage wird eigentlich jedes Gerät oder jede Anlage elektrisch gesteuert. In der Industrie werden hierfür moderne und komplexe Automatisierungssysteme verwendet (SPS – speicherprogrammierbare Steuerung). Diese werden in meinem Beruf nicht nur montiert und verdrahtet, sondern auch programmiert. Aber besonders viel Spaß macht mir auch, dass sich zu Hause mit kleinen Mikrocontrollern viele Aufgaben realisieren lassen. So kann man z. B. eine Infrarotfernsteuerung bauen und damit sämtliche Geräte im Haus schalten oder mit Mini-Servomotoren und RFID-Technik arbeiten. Damit lassen sich speziell im Bereich Smarthome viele Sachen selbst „basteln“.

Schnelligkeit und Präzision sind in der Disziplin „Anlagenelektronik“ gefragt. (Foto: Frank Erpinar)
Warum würdest du anderen jungen Menschen deinen Beruf empfehlen?
Berufe im Bereich der Elektrik werden immer stärker gefragt. Speziell die Fachrichtung Automatisierung wird immer wichtiger und bedeutsamer. Als Elektroniker*in kennt man die Hintergründe, wie und warum Geräte funktionieren. Dadurch kann man auch zu Hause elektrische Geräte selbst reparieren oder verbessern.

Welche Talente/Fähigkeiten sollte man für diesen Beruf besitzen?
Etwas handwerkliches Geschick ist natürlich immer von Vorteil, weil man als Elektroniker*in auch viele Geräte montieren und verdrahten muss. Da speziell bei der Fachrichtung „Automatisierungstechnik“ auch die Programmierung einen großen Teilbereich einnimmt, ist logisches Denken wichtig.
Physikalisches und mathematisches Verständnis ist ebenfalls wünschenswert, da auch viele Berechnungen (z. B. der Widerstand bzw. der Stromfluss einer Leitung oder die Strombelastbarkeit einer Leitung) durchgeführt werden müssen.

Wie war es für dich, bei den WorldSkills dabei zu sein?
Es war ein echt großartiges Erlebnis, viele junge Menschen kennenzulernen, die an dem Beruf genauso interessiert und motiviert sind wie ich. Auch wenn es sich um einen Wettbewerb handelt, lernt man viele neue Freundinnen und Freunde und deren Kultur kennen. Aus beruflicher Sicht habe ich zahlreiche neue Geräte und Werkzeuge ausprobieren können. Durch die Teilnahme habe ich neue Technik verwendet, die zur Bedienung und Steuerung der Anlage genutzt werden. Außerdem lernt man seine Arbeitsabläufe zu verbessern und zu optimieren, um mit der Zeitbegrenzung im Wettbewerb zurechtzukommen.

Welchen Einfluss hatte deine Teilnahme an der der Weltmeisterschaft der Berufe auf deine weitere persönliche und Karriereentwicklung?
Durch die Teilnahme an der WM und deren Vorbereitung bin ich erstmals auch in andere Länder geflogen. Als Teilnehmende konnten wir die Länder jedoch nicht nur anschauen, wie es z. B. bei einem Urlaub der Fall ist, sondern auch erleben, wie die Menschen dort arbeiten und leben. Auch haben wir im Zuge der Vorbereitung „Mentaltraining“ erhalten, das auch im Alltag stets eine große Stütze ist.

Wo siehst du dich in 5 Jahren? Was möchtest du vor allem beruflich erreicht haben?
Ich arbeite nach wie vor in meinem Ausbildungsbetrieb. Dort gefällt es mir sehr gut, weshalb ich dort noch weiterarbeiten möchte.

Das Online-Portal www.ausbildung-me.de bietet umfassende Informationen über die Berufe in der Metall- und Elektro-Industrie, so auch über den Ausbildungsberuf „Elektroniker*in für Automatisierungstechnik“ mit Ausbildungsinhalten, Voraussetzungen, Karrieremöglichkeiten und dem Gehalt.

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