Digitale Kompetenzen im Beruf - Gesprächsrunde in der VDI-GaraGe Leipzig - WorldSkills Germany und Samsung Electronics

Die Podiumsgäste v.l.n.r.: Bernd Günther, Birgit Willhöft, Dr. Thomas Feist, Corinna Egerer (Moderatorin), Steffen Ganders, Hubert Romer, Sebastian Bächer (Foto: Anja Jungnickel)

Am 4. Februar hatten wir gemeinsam mit unserem Kooperationspartner Samsung Electronics zu einer Gesprächsrunde zum Thema „Digitale Kompetenz im Beruf“ in die VDI-GaraGe nach Leipzig eingeladen. Vor rund 130 Schülern und Lehrern sprachen die Podiumsgäste über die Anpassung der Ausbildung und Berufsbilder, Deutschland im internationalen Vergleich sowie den reflektierten Umgang mit digitalen Anwendungen und Geräten.

Sebastian Bächer (Geschäftsführer Tischlerei Bächer Bergmann GmbH):
„Den herkömmlichen Schreinerbetrieb gibt es gar nicht mehr, außer in unseren Köpfen – diesen Betrieb des Meister Eders und Pumuckl, so wie es damals war. Hinter dem Meister Eder stehen mittlerweile große Maschinen und lauter Computer. Das ist alles extrem komplex geworden durch die Digitalisierung, dadurch aber auch extrem spannend.“

Dr. Thomas Feist (MdB und Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung):
„Wir haben gemerkt, dass in einigen Berufsfeldern die Digitalisierung fortgeschrittener ist. Das sehen wir beispielsweise bei Wettbewerben wie den WorldSkills. Wir schauen dort, wie Deutschland abschneidet und in welchen Berufen wir Nachholbedarf haben. Den haben wir gerade dort, wo traditionelle Arbeitsweisen mit digitaler Technik verknüpft werden. … Deshalb ist es wichtig, dass im Bereich der überbetrieblichen Ausbildung zusätzlich zum Betrieb junge Leute mit Techniken, Maschinen und auch Computer gestützten Anwendungen vertraut gemacht werden, die es in dem ein oder anderen Handwerksbetrieb in der Menge nicht unbedingt gibt.“

Experte Markus Wiese mit Schülern bei Veranstaltung Digitalisierung im Beruf - WorldSkills Germany uns Samsung Electronics

WSG-Experte Markus Wiese (Skill Grafikdesigner) erklärt interessierten Schülern, was Digitalisierung in seinem Beruf bedeutet und wie vielfältig und kreativ dieser ist. (Foto: Anja Jungnickel)

Birgit Willhöft (Sächsische Bildungsagentur Leipzig):
„Von unseren jungen Leuten hat heute jeder mindestens ein Smartphone dabei. Auf der anderen Seite aber wissen sie gar nicht, was sich dahinter verbirgt, um das dann später auch beruflich einsetzen zu können. Das heißt nicht nur das normale Anwenden, sondern auch, was steckt technisch dahinter. Das würde mich schon eher beruhigen im Rahmen von digitaler Kompetenz.“

Bernd Günther (Berufsbildungsausschuss der IHK zu Leipzig):
„Uns geht es in der IHK im Berufsbildungsausschuss schon durch den Kopf, ob alle Berufe oder Branchen immer noch zeitgemäß sind. Im Berufsbildungsgesetz sind die Berufsfelder beschrieben und auch die Qualitäten und Quantitäten für eine Ausbildung. Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Berufsschullehrer schauen dann regelmäßig, welche Berufe beziehungsweise wie muss die Ausbildung hier überarbeitet werden.“

Steffen Ganders (Head of Corporate Affairs, Samsung Electronics GmbH):
„Gerade in Deutschland sind wir eine sehr starke Wissensgesellschaft. Wir haben selbst wenig Bodenschätze, wir haben eher unser Ingenieursbewusstsein, unseren Willen, Dinge zu entwickeln. Das mit der Komponente des Digitalen zu verbinden, das ist es, was wir hier gerne und besonders auch in Deutschland fördern wollen.“

Steuerung eines Roboters bei der Veranstaltung "Digitale Kompetenzen im Beruf" - WorldSkills Germany und Samsung Electronics

Schüler konnten den Roboter von Steffen Ellerbrake (WM-Teilnehmer im Skill Mobile Robotik bei den WorldSkills Sao Paulo 2015) selbst steuern. (Foto: Anja Jungnickel)

Hubert Romer (Geschäftsführer WorldSkills Germany e.V.):
„Ich glaube, dass duale Ausbildungsberufe, die ohne Digitalisierung heute nicht mehr zu denken sind, den Schulterschluss zu akademischen Berufen viel stärker machen. Das bedeutet, dass jemand, der studiert hat, in einen Ausbildungsberuf wechseln kann und umgekehrt, weil das, was man im Ausbildungsberuf lernen muss, einem sehr hohen Standard entspricht. … Wir haben Ausbilder, die geben gar nicht mehr vor, wie Auszubildende eine Aufgabe lösen müssen, sondern beobachten, wie sie beispielsweise mit Menschen in San Francisco kommunizieren, dort Tipps bekommen, das zurück holen und hier dann anschließend die fertige Arbeit präsentieren.“

Nach der Gesprächsrunde hatten die Schüler die Möglichkeit, sich verschiedene „digitale“ Berufe genauer anzuschauen. WorldSkills Germany-Experten und WM-Teilnehmer sowie weitere Fachkräfte gaben Einblicke in ihren beruflichen Alltag, aus dem digitale Technik nicht mehr wegzudenken ist. Vorgestellt wurden der Beruf Sanitär- und Heizungsinstallateur, Mechatroniker (Skill Mobile Robotik), Grafikdesigner, Modedesigner / Modetechnologie sowie Landschaftsgärtner. Mit großem Interesse ließen sich die Schüler verschiedene Anwendungen und Geräte zeigen und probierten sich z.B. an der Steuerung eines Roboters selbst aus.

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