Als Bundestrainer in der Disziplin “Kfz-Mechatronik” gab Stephan Paschke sein Champion-Wissen an den Nachwuchs weiter – hier an Dominic Eisenbeiser, der bei der EM der Berufe 2014 in Lille antrat.

Eine Ausbildung kann der erste Schritt in eine sehr erfolgreiche Zukunft sein. Das beweist Stephan Paschke, Champion der WM der Berufe 2003 in St. Gallen. Damals mit einer Exzellenzmedaille geehrt ist er heute Mitglied der Geschäftsführung eines Herstellers für Karosserie-Spezialwerkzeuge.

Ursprünglich wollte Stephan Paschke Bauer werden. Da jedoch das gemeinsame „Herumschrauben“ an Autos mit seinem Vater von klein auf zu seinem Leben gehörte, wechselte sein Berufswunsch dann doch schnell in Richtung Kfz-Mechatronik. „Für mich war klar, ich will Autos reparieren, wie der Beruf heißt war mir egal“, erzählt er. Das Besondere an dem Beruf Kfz-Mechatroniker*in? „Mich hat das perfekte Zusammenspiel der Systeme fasziniert. Umso mehr ich gelernt hatte, umso mehr schwierige Aufgaben konnte ich meistern und Fehler entdecken“, erklärt der 39-Jährige. „Das war das erste Mal im Leben, dass Schule und Lernen für mich Sinn ergeben haben“. Den Gedanken, dass man in der Schule nicht immer nur das beigebracht bekommt, was man im späteren Leben auch wirklich benötigt, haben sicher viele junge Menschen. Mit einer Ausbildung entscheidet man sich nicht nur bewusst für einen Beruf, sondern auch dazu, Dinge zu lernen, die einen interessieren, die einen beschäftigen und weiterhelfen.

Aber wie findet man für sich den passenden Beruf?
„So viel als möglich ausprobieren, und zwar auch mal etwas ganz anderes als man im Kopf hat, wie beim Klamotten shoppen“, rät Stephan Paschke. „Ein Praktikum hilft ebenfalls sich zu orientieren, vielleicht sogar innerhalb der Ferienzeit und dabei ein paar Euro verdienen.“

Von der Ausbildung über die WM-Teilnahme und ein Studium zum Gesellschafter und Geschäftsführer

Stephan Paschke wurde für die Weltmeisterschaft der Berufe, die WorldSkills, 2003 in St. Gallen ausgewählt, um in der Disziplin Kfz-Mechatroniker*in anzutreten. Dort landete er knapp auf dem vierten Platz und gewann eine Exzellenzmedaille für seine hervorragende Leistung. „Es war ein wahnsinniges Erlebnis, so viele Menschen aus so vielen Ländern. Ich kann mich noch heute fast 20 Jahre danach, an das Gefühl im Bauch erinnern, welches ich kurz vor Wettkampfbeginn hatte“, blickt er zurück auf die Zeit in der Schweiz. Nach dem Wettbewerb wurde er aufgrund einer
Ausnahmeregelung der Handwerkskammer unmittelbar zur Meisterprüfung zugelassen, die er erfolgreich bestand. Sein Lehrbetrieb hatte ihm bereits vor der Weltmeisterschaft eine Festanstellung angeboten und so arbeitete er nach der Meisterschule dort auch weiter.

Seit Mai engagiert sich Stephan Paschke (2. v. r.) als Vorstandsmitglied von WorldSkills Germany. Hier war er bei der ersten Vorstandssitzung gemeinsam mit Vorstandsvorsitzendem Michael Hafner (r.) und der stellv. Vorstandsvorsitzenden Ingeborg Mell (Mitte) sowie Geschäftsführer Hubert Romer und Geschäftsstellenleiterin Malin Hermann.

Über die WorldSkills-Teilnahme wiederum erweiterte sich sein Netzwerk in der Berufswelt. So lernte er durch den Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe einen Redakteur von Auto Bild Motorsport kennen, der später sogar ein guter Freund wurde und ihm die Tür zum Motorsport öffnete. „Über diesen Weg konnte ich als Mechaniker im Audi Sport Team Joest arbeiten und bei Klassikern, wie dem 24 Stunden Rennen von Le Mans, teilnehmen“, sagt Stephan Paschke stolz. Etwa drei Jahre arbeitete er als Mechaniker für Joest Racing. Sein damaliger Arbeitgeber empfahl ihm ein Maschinenbaustudium, für das er aufgrund seines Meistertitels auch die entsprechenden Zugangsvoraussetzungen hatte. So setzte Stephan Paschke seine Karriere weiter erfolgreich fort. Heute ist er Gesellschafter und Teil der Geschäftsleitung bei WS Wieländer+Schill, einem mittelständigen Unternehmen, welches Spezialwerkzeuge für die Kfz-Branche anbietet.

Warum also mit einer Ausbildung ins Berufsleben starten?
„Ich denke, dass mein Werdegang zeigt, wie viele Wege einem mit einer Ausbildung offenstehen“, erklärt Stephan Paschke. „Man hat bereits nach der Ausbildung ein hohes Maß an Kompetenzen im fachlich-praktischen Bereich sowie in der Theorie. Nach einem Studium hat man sehr viel theoretisches Wissen aber nahezu keinerlei Fachkompetenzen bzw. Erfahrungen aus der Berufswelt.“ Für Stephan Paschke ist Arbeit fast wie ein Hobby. „Es muss Spaß machen! Meine Arbeit macht mir wahnsinnig Spaß“, sagt er. „Wie damals in der Werkstatt löse ich gerne Probleme und habe Spaß jeden Tag dazuzulernen.“ Mit einer Ausbildung, also zum Beispiel als Geselle, sei man im Vergleich zum Studium schon von Beginn an wesentlich weiter. „Das kann ich aus eigener Erfahrung berichten“.

Dankbarkeit zeigen und mit Engagement die Berufsbildung um Umwelt stärken

„Ich wäre heute nicht da, wo ich bin, wenn es damals nicht Menschen gegeben hätte, die sich für die berufliche Bildung einsetzten, um junge Menschen, wie ich es einer war, diese einmalige Chance zu ermöglichen“, unterstreicht Stephan Paschke. Noch heute engagiert er sich im WorldSkills-Netzwerk und ist seit Mai dieses Jahres auch als Vorstandsmitglied ehrenamtlich für WorldSkills Germany tätig. „Jetzt freue ich mich, etwas zurückgeben zu können“, sagt er. Darüber hinaus ist er als Gründungsmitglied von TOR, einem Verein zur Reinigung der Weltmeere, aktiv und leistet damit einen Beitrag für die Welt von morgen. „Nur weil man es nicht täglich sieht, wird es nicht weniger gefährlich“, sagt er.

Du interessierst dich für Autos und möchtest dir für deine Zukunft ebenfalls viele Möglichkeiten offenhalten? Dann mach es wie Stephan Paschke. Starte jetzt in deine Ausbildung, zum Beispiel als Kfz-Mechatroniker*in.

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